Viele Menschen verbringen heute täglich mehrere Stunden vor dem Computer. Ob E-Mails, Tabellen, Videokonferenzen oder andere Büroarbeiten – die Augen wechseln ständig zwischen Bildschirm, Tastatur und Unterlagen. Das kann auf Dauer anstrengend werden, insbesondere wenn die vorhandene Brille nicht optimal auf diese Entfernungen abgestimmt ist.
Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille ist speziell für die typischen Sehentfernungen am Arbeitsplatz entwickelt. Sie kann den Sehkomfort verbessern und dazu beitragen, eine unnatürliche Kopf- und Körperhaltung zu vermeiden. Doch nicht jede Person mit einem Büroarbeitsplatz benötigt automatisch eine solche Brille.
Was ist eine Bildschirmarbeitsplatzbrille?
Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille ist eine spezielle Sehhilfe für den Nah- und Zwischenbereich. Sie ist darauf ausgelegt, den Bildschirm, die Tastatur und Arbeitsunterlagen möglichst komfortabel sichtbar zu machen. Im Gegensatz zu einer Lesebrille bietet sie einen grösseren Sehbereich für die typische Distanz zwischen Augen und Monitor.
Auch eine normale Gleitsichtbrille eignet sich nicht immer optimal für längere Bildschirmarbeit. Der Bereich für den Monitor ist häufig relativ klein, weshalb viele Menschen den Kopf nach hinten neigen oder den Nacken verspannen, um scharf sehen zu können. Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille vergrössert diesen Sehbereich und ermöglicht dadurch häufig eine entspanntere Körperhaltung.
Wann ist eine Bildschirmarbeitsplatzbrille sinnvoll?
Nicht jede Augenbelastung bedeutet automatisch, dass eine spezielle Bildschirmbrille notwendig ist. Oft spielen auch die Ergonomie des Arbeitsplatzes, die Beleuchtung oder zu wenige Bildschirmpausen eine Rolle.
Eine Bildschirmarbeitsplatzbrille kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn:
- Sie täglich mehrere Stunden am Bildschirm arbeiten.
- Ihre Alltagsbrille am Computer nicht mehr angenehm ist.
- Sie nach der Arbeit regelmässig Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen haben.
- Ihre Augen schnell ermüden oder brennen.
- Sie häufig zwischen Bildschirm, Dokumenten und anderen Personen wechseln.
- Sie bereits eine Gleitsichtbrille tragen und dennoch Beschwerden haben.
Gerade ab etwa 40 Jahren treten solche Probleme häufiger auf, da die natürliche Fähigkeit des Auges, zwischen verschiedenen Entfernungen scharfzustellen, allmählich nachlässt. Mehr über die häufigsten Sehfehler erfahren Sie in unserem Ratgeber „Sehprobleme erkennen“.
Typische Beschwerden bei Bildschirmarbeit
Längere Bildschirmarbeit kann die Augen und den Bewegungsapparat unterschiedlich belasten. Treten Beschwerden regelmässig auf, lohnt sich eine Überprüfung der Sehstärke sowie der Arbeitsplatzergonomie.
Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- trockene oder brennende Augen
- verschwommenes Sehen
- müde Augen
- Kopfschmerzen
- Nacken- und Schulterschmerzen
- häufiges Zusammenkneifen der Augen
- Schwierigkeiten beim Fokussieren nach längerer Bildschirmarbeit
Bevor eine neue Brille gekauft wird, sollten auch der Bildschirmabstand, die Bildschirmhöhe, die Beleuchtung und die Einführung regelmässiger Bildschirmpausen überprüft werden.
Der richtige Sehtest
Wenn die Beschwerden trotz eines ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatzes bestehen bleiben, empfiehlt sich ein aktueller Sehtest. Dabei wird überprüft, ob sich Ihre Sehstärke verändert hat und welche Korrektur für die Arbeit am Bildschirm am besten geeignet ist. Gerade bei längerer Bildschirmarbeit können bereits kleine Veränderungen der Sehstärke dazu führen, dass die Augen schneller ermüden oder sich Nacken- und Kopfschmerzen entwickeln.
Für eine Bildschirmarbeitsplatzbrille reicht es jedoch nicht aus, lediglich die Sehstärke zu bestimmen. Der Optiker berücksichtigt zusätzlich Ihre individuelle Arbeitssituation. Dazu gehören beispielsweise der Abstand zum Monitor, die Anzahl der Bildschirme, die Bildschirmhöhe sowie die typischen Blickrichtungen und Arbeitsabläufe.
Sollten neben den typischen Beschwerden am Bildschirm plötzlich starke Sehverschlechterungen, Schmerzen, Doppelbilder oder andere Auffälligkeiten auftreten, sollte zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung erfolgen. Ein Sehtest beim Optiker dient in erster Linie der Bestimmung der Sehstärke und ersetzt keine medizinische Abklärung von Augenerkrankungen.
Mehr darüber, wie ein Sehtest abläuft, welche Untersuchungen durchgeführt werden und worauf Sie bei der Wahl eines Optikers achten sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Brille kaufen in der Schweiz“.
Bildschirmarbeitsplatzbrille: Selbst zu zahlen, aber ggfs. steuerlich abziehbar
Eine normale Brille für den Alltag müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer grundsätzlich selbst bezahlen. Anders kann die Situation bei einer Bildschirmarbeitsplatzbrille sein, wenn diese ausschliesslich oder überwiegend für die berufliche Tätigkeit erforderlich ist und eine normale Sehhilfe nicht ausreicht.
Ob und in welchem Umfang sich der Arbeitgeber an den Kosten beteiligt, hängt von den konkreten Umständen sowie den internen Regelungen des Unternehmens ab. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem Kauf das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen und eine mögliche Kostenübernahme schriftlich abzuklären.
Auch die Krankenkasse übernimmt die Kosten einer Bildschirmarbeitsplatzbrille in der Regel nicht im Rahmen der Grundversicherung. Ob eine Zusatzversicherung Leistungen vorsieht, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber „Krankenkassen-Leistungen für Brillen und Kontaktlinsen“.
Allerdings können die Kosten einer Brille von der Steuer abgesetzt werden, wenn und soweit die Gesamtkosten für gesundheitsbezogene Ausgaben den gesetzlichen Selbstbehalt (der meist bei 5% vom Nettoeinkommen liegt) übersteigen. Im Regelfall geht dies nicht als Berufsauslagenabzug, da die Ursache im Regelfall eine private Verschlechterung der Sehstärke ist. Im Rahmen der Krankheitskosten dagegen ist die Brille absetzbar, genauso wie andere private getragene Kosten als Folge einer Krankheit. Der Begriff „Krankheit“ wird hierbei vom Steueramt weit ausgelegt.
Vor dem Kauf verschiedene Angebote vergleichen
Nicht jede Bildschirmarbeitsplatzbrille ist gleich. Unterschiede bestehen insbesondere bei den Gläsern, den Sehbereichen, den Beschichtungen und den angebotenen Serviceleistungen. Lassen Sie sich deshalb genau erklären, welche Glaslösung für Ihren Arbeitsplatz geeignet ist und welche Leistungen im Preis enthalten sind.
Wenn Sie einen passenden Anbieter suchen, hilft Ihnen unser Schweizer Optiker-Ketten-Test. Dort vergleichen wir die wichtigsten Optiker hinsichtlich Beratung, Preis-Leistungs-Verhältnis, Service und Transparenz.



