Ca. 35% aller Wohngebäude in der Schweiz werden mit Öl beheizt. Heizöl wird also oft nachgefragt. Die Wahl des richtigen Heizöls, transparente Preisbestandteile, die Lieferbedingungen und der Bestellzeitpunkt können den Gesamtpreis erheblich beeinflussen. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich unnötige Kosten vermeiden und passende Angebote einfacher finden. Wir zeigen Ihnen hier, auf was Sie beim Kauf von Heizöl achten sollten.
Heizöltank kaufen oder mieten?
In der Schweiz werden Heizöltanks für private Haushalte in der Regel gekauft. Mietlösungen, bei denen der Tank vom Lieferanten bereitgestellt wird und das Heizöl ausschliesslich bei diesem Anbieter bezogen werden muss, sind im Privatbereich eher selten.
Für Eigentümer eines Einfamilienhauses ist deshalb der Kauf eines stationären Heizöltanks der Normalfall. Miettanks kommen hauptsächlich bei temporären Anwendungen zum Einsatz, etwa während einer Gebäudesanierung, bei einer Baustelle, als Übergangslösung nach einem Heizungsausfall oder im gewerblichen Bereich.
Das richtige Heizöl kaufen
Bevor Sie Heizöl kaufen, sollten Sie wissen, welche Heizölsorte für Ihre Anlage geeignet ist. Nicht jedes Produkt eignet sich für jede Heizung oder jeden Standort.
Das in der Schweiz am häufigsten verwendete Standard-Heizöl (schwefelarm beziehungsweise OEKO 50) ist für die meisten Heizungsanlagen ausreichend. Daneben wird Premium-Heizöl angeboten, das spezielle Additive enthält. Diese können die Verbrennung verbessern und Ablagerungen im Heizsystem reduzieren. In besonders kalten oder exponierten Regionen kann ausserdem kältebeständiges Heizöl sinnvoll sein.
Im Zweifel lohnt sich ein Blick in die Herstellerunterlagen der Heizung oder eine Rückfrage beim Heizungsinstallateur, bevor Sie Heizöl kaufen.
Beim Heizöl kaufen immer den Gesamtpreis vergleichen
Viele Käufer orientieren sich ausschliesslich am Literpreis. Tatsächlich lohnt es sich jedoch, das gesamte Angebot genau zu prüfen. Nicht jeder Anbieter weist sämtliche Kostenbestandteile gleich aus.
Zum Gesamtpreis gehören in der Regel:
- der Preis für das Heizöl
- die Lieferkosten
- die CO₂-Abgabe
- die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA)
- die Mehrwertsteuer.
Wer Heizöl kaufen möchte, sollte deshalb immer darauf achten, dass alle Preisbestandteile bereits im Angebot enthalten sind. Nur so lassen sich verschiedene Lieferanten sinnvoll miteinander vergleichen.
Den richtigen Zeitpunkt wählen
Der Preis für Heizöl orientiert sich stark am internationalen Rohölmarkt. Steigende Rohölpreise wirken sich häufig bereits nach kurzer Zeit auf die Heizölpreise aus. Da sich die Entwicklung des Rohölpreises nur schwer vorhersagen lässt, gibt es keinen garantierten idealen Kaufzeitpunkt.
Dennoch lassen sich einige allgemeine Zusammenhänge beobachten. Im Herbst und Winter steigt die Nachfrage nach Heizöl deutlich an. Wer erst dann Heizöl kaufen muss, zahlt häufig höhere Preise als in den wärmeren Monaten.
Zusätzlich sollten Käufer die Entwicklung der CO₂-Abgabe im Blick behalten. Diese wurde in der Vergangenheit mehrfach erhöht und kann auch künftig weiter steigen. Wer Heizöl noch vor einer Erhöhung bestellt, spart zumindest diesen zusätzlichen Kostenanteil.
Grössere Bestellmengen können Geld sparen
Beim Heizöl kaufen gilt häufig: Je grösser die Bestellmenge, desto günstiger fällt der Preis pro Liter aus. Für viele Einfamilienhäuser ist der eigene Bedarf allerdings begrenzt.
Eine interessante Möglichkeit sind deshalb Sammelbestellungen. Bestellen mehrere Nachbarn gemeinsam bei demselben Lieferanten, kann dieser mehrere Tanks in einer Tour beliefern. Dadurch sinken oftmals die Lieferkosten. Je nach Anbieter werden zusätzlich Mengenrabatte auf den Heizölpreis gewährt.
Wer sich mit Nachbarn oder anderen Hauseigentümern in der Umgebung zusammenschliesst, kann beim Heizöl kaufen deshalb häufig sparen.
Lieferbedingungen genau prüfen
Nicht nur der Preis entscheidet über ein gutes Angebot. Auch die Lieferbedingungen unterscheiden sich teilweise deutlich zwischen den Anbietern.
Besonders wichtig sind:
- das gewünschte Lieferfenster – je genauer der Liefertermin sein soll, desto höher können die Kosten ausfallen
- Expresslieferungen, die meist mit einem Zuschlag verbunden sind
- die örtlichen Gegebenheiten wie schwierige Zufahrten oder besonders lange Schlauchwege
- die Zahlungsbedingungen, da manche Lieferanten Barzahlung oder kurze Zahlungsfristen vorsehen
Wer Heizöl kaufen möchte, sollte diese Punkte bereits vor der Bestellung berücksichtigen, um spätere Zusatzkosten zu vermeiden.
Wo kann man in der Schweiz Heizöl kaufen?
Der Schweizer Markt besteht aus zahlreichen regionalen Heizöllieferanten. Das macht den Preisvergleich nicht immer einfach, da viele Anbieter nur in einzelnen Regionen tätig sind.
Einen guten Einstieg bieten Preisvergleichsportale wie heizoel24.ch oder Miniprix24. Allerdings hängt deren Nutzen davon ab, wie viele Lieferanten in der jeweiligen Region tatsächlich vertreten sind. In manchen Gebieten wird deshalb trotz Preisvergleich nur eine begrenzte Auswahl angezeigt.
Daneben gibt es mehrere Anbieter, bei denen Kunden direkt online Heizöl kaufen können, und die nahezu schweizweit vertreten sind. Dazu gehören unter anderem AVIA (als Verbund regionaler Händler), Migrol, Agrola, Coop, Minerol, Tanner Oel und Kübler. Tanner Oel und Kübler konzentrieren sich dabei auf die Deutschschweiz. In der Westschweiz ist Celsa Charmettes, ein Unternehmen der Tamoil-Gruppe, stark vertreten.
Weitere nahezu schweizweit tätige Lieferanten sind Tamoil, Volenergy und Oelhauser. Diese bieten Heizöl ebenfalls in grossen Teilen der Schweiz an, ermöglichen jedoch nicht in jedem Fall eine direkte Online-Bestellung.
Wer Heizöl kaufen möchte, sollte deshalb sowohl Vergleichsportale als auch die Webseiten der grossen Lieferanten prüfen und mehrere Angebote miteinander vergleichen.
Nach der Lieferung nicht sofort heizen
Nach der Befüllung des Heizöltanks sollte die Heizung nicht unmittelbar wieder eingeschaltet werden. Während des Befüllens können Sedimente im Tank aufgewirbelt werden, die sich anschliessend wieder absetzen müssen.
Empfohlen wird daher, die Heizungsanlage während der Lieferung auszuschalten und erst nach etwa zwei Stunden wieder in Betrieb zu nehmen. Dadurch wird verhindert, dass aufgewirbelte Ablagerungen in das Heizsystem gelangen.



