Wer einmal in einem gehobenen Hotel übernachtet hat, wünscht sich den besonderen Boxspring-Komfort oft auch für das eigene Schlafzimmer. Bei diesem System liegt die Matratze nicht auf einem Lattenrost, sondern auf einem gefederten Unterbau (der sogenannten Box). Diese Konstruktionsweise allein garantiert jedoch noch keine ergonomische Liegequalität oder dauerhafte Materialstabilität. Wie überzeugend das Emma Original Boxspringbett diesen Anspruch erfüllt, hat das SIQT – Schweizer Institut für Qualitätstests in einem kombinierten Labor- und Praxistest untersucht.
Die objektiven Mess- und Belastungsprüfungen wurden von einem auf Bettwaren spezialisierten Prüflabor durchgeführt. Parallel durchlief das Boxspringbett einen mehrwöchigen Praxistest mit mehreren Probanden. Diese bauten es eigenständig auf, nutzten es über einen längeren Zeitraum und bewerteten anschliessend unter anderem Montage, Liegekomfort, Schlafklima und Handhabung anhand eines strukturierten Fragebogens. Die komplette Boxspringkombination wurde bei den ergonomischen und mechanischen Untersuchungen als zusammenhängendes System geprüft. Lediglich die Wasch- und Pillingprüfungen erfolgten am abnehmbaren Matratzenbezug.
Die Laborresultate und die subjektiven Praxisurteile wurden zunächst auf eine einheitliche Zehn-Punkte-Skala übertragen. Anschliessend wurden die insgesamt 24 Einzelkriterien den vier Teilkategorien zugeordnet und entsprechend ihrer Gewichtung zu einem Gesamtergebnis zusammengeführt. Dieses wurde final in eine Note in Anlehnung an das Schulnotensystem umgerechnet. Die Skala reicht von 1 bis 6, wobei 6 die beste Bewertung darstellt.
Das Testmodell gliedert sich wie folgt:
- Liegekomfort (u.a. Verformungsmessung, Dämpfungsverhalten, Punktelastizität, Kontaktflächenbestimmung, Resthöhe (Neuzustand), Liegegefühl, Temperaturregulierung, Schlafqualität und textile Oberflächeneigenschaften) – Gewichtung: 40%
- Haltbarkeit (Dauerbelastung regulär und unter Einfluss von Feuchtigkeit und Hochtemperatur, vertikale Stossprüfung, Stabilität sowie Material- und Verarbeitungsqualität) – Gewichtung: 40%
- Handhabung (Entpacken und Aufbau, Positionierung, Neugeruch, Reinigung und Pflege, Geräuschentwicklung sowie Handhabung des Bezuges) – Gewichtung: 15%
- Produktinformation (allgemeine und matratzenspezifische Angaben, Kontaktinformationen sowie Deklaration und Werbeaussagen) – Gewichtung: 5%
Struktur und Prüfmuster
Das getestete Boxspringsystem bestand aus der Emma Bed Base, der Emma Original Hybrid Core Matratze und einem Kopfteil. Die Matratze verfügt über einen Taschenfederkern; ihr Bezug ist abnehmbar. Das geprüfte Modell bot eine 140 cm breite Liegefläche. Für die komplette Kombination einschliesslich Kopfteil ermittelte das Labor Abmessungen von 211,0 x 151,0 x 62,5 cm und ein Gesamtgewicht von 90,0 kg. Damit ist das System naturgemäss deutlich aufwendiger zu bewegen und aufzubauen als eine einzelne Matratze – ein Aspekt, der im Praxisteil ausdrücklich mitbewertet wurde.
Liegekomfort
Im praktischen Einsatz fiel das Urteil zum Liegegefühl ausgesprochen positiv aus. Die zusammengefassten Aussagen zu Polsterung, Stützung, Druckentlastung, Bewegungsfreiheit sowie Ein- und Ausstieg erreichten im Mittel 9,9 von 10 Punkten. Auch nach mehreren Nächten blieb der Komfort aus Sicht der Testpersonen konstant. Für Schlafqualität und Erholung ergaben sich 9,7 Punkte; die Temperaturregulierung wurde mit 9,8 Punkten beurteilt. Insbesondere ein störender Wärmestau oder ein unangenehm klammes Liegegefühl wurden nicht festgestellt.

Die subjektiven Eindrücke wurden durch umfangreiche ergonomische Messungen ergänzt. Dabei erfasste das Labor die Verformung der Liegefläche für vier unterschiedliche Körperbautypen – jeweils in Rücken- und Seitenlage sowie vor und nach der Dauerbelastung. Typ A steht für eine kleinere und leichtere, Typ B für eine grössere und schwerere Statur. Die ergänzenden Typen C und D bilden kräftigere Körperformen mit stärker ausgeprägtem Hüft- beziehungsweise Bauchbereich ab. Aus allen Messpositionen resultierten 8,3 von 10 Punkten. Im Neuzustand wurden sämtliche Konstellationen als nahezu optimal eingestuft. Nach der Dauerprüfung blieb dieses Niveau in Rückenlage bei allen vier Typen erhalten. In Seitenlage galt dies auch für die Typen B und D; die Typen A und C wurden nun der mittleren, weiterhin physiologisch günstigen Bewertungsstufe zugeordnet.
Besonders stark schnitt das Boxspringbett bei der Punktelastizität ab. Dieser Wert beschreibt, ob die Liegefläche gezielt dort nachgibt, wo Druck ausgeübt wird, während die umliegenden Bereiche idealerweise ihre stützende Funktion behalten. Mit einem Messwert von 69 mm erreichte das System hier die maximale Punktzahl. Das Dämpfungsverhalten, also die Begrenzung von Nachschwingungen nach einer plötzlichen Gewichtsverlagerung, wurde mit 8,5 Punkten ebenfalls gut beurteilt.

Etwas zurückhaltender fiel das Ergebnis bei der Kontaktflächenbestimmung aus. Ermittelt wurde, wie gross die Fläche ist, über die der Körper von der Liegefläche tatsächlich getragen wird. Ist sie zu klein, konzentriert sich der Druck auf wenige Stellen; ist sie zu gross, kann der Körper sehr stark eingebettet werden, was Bewegungsfreiheit und Belüftung beeinträchtigen kann. Beim Emma Original Boxspringbett lag der Wert bei 58,6% und damit leicht oberhalb des in der Methodenbeschreibung genannten günstigsten Bereichs von 46% bis 55%. Zugleich blieb er deutlich unter der Obergrenze von 75%, oberhalb der eine zu grossflächige Einbettung physiologisch ungünstig werden kann. Im Testmodell entsprach dies 7,0 Punkten. Bei der Resthöhe nach punktueller Belastung sowie bei der Pill-, Flusen- und Verfilzungsneigung wurde dagegen jeweils die Bestwertung erzielt.
Über alle objektiven und subjektiven Teilaspekte hinweg erhielt das Boxspringbett in der Kategorie Liegekomfort die Schweizer Note 5,6 und damit das Urteil „sehr gut“.
Haltbarkeit
Für die Dauerhaltbarkeitsprüfung wurde eine schwere Prüfwalze 30’000-mal über die komplette Boxspringkombination bewegt. Das Verfahren bildet die über Jahre wiederkehrende mechanische Beanspruchung im täglichen Gebrauch nach – etwa beim Hinlegen, Umdrehen und Aufstehen. Anschliessend wurden Federungsverlust, Höhe und Härte mit den Ausgangswerten verglichen. Die Veränderungen blieben sehr gering: Der Federungsverlustfaktor lag bei 1,6, die Höhe veränderte sich um lediglich 0,8 mm und die Härte um 0,4%. Sämtliche Einzelwerte erhielten die maximale Punktzahl.

Eine zweite Belastungsprüfung untersuchte, wie sich Feuchtigkeit und erhöhte Temperatur auf die Konstruktion auswirken. Nach der Vorkonditionierung bei 37 °C und 80% relativer Luftfeuchtigkeit wurde ein definierter Bereich 16 Stunden lang mit 1’000 N belastet. Auch hier waren die Abweichungen minimal: Der Federungsverlustfaktor betrug 1,7, die Höhenänderung -1,2 mm und die Härteänderung -0,2%. Nach einer 24-stündigen Rückstellzeit führte die abschliessende Vergleichsmessung in allen drei Merkmalen erneut zur Bestbewertung.
Zusätzlich bestand das Bett die boxspringspezifische vertikale Stossprüfung. Dabei wirkte ein geführter, federnd gelagerter Prüfkörper mit runder Auflagefläche senkrecht auf die Liegefläche ein. So wurde untersucht, ob die Konstruktion auch punktuelle, stossartige Belastungen – etwa durch ein schwungvolles Hinsetzen – ohne Schäden oder Beeinträchtigungen ihrer Funktion verkraftet. Ergänzend überzeugte die Stabilität auch im mehrwöchigen Praxistest: Die Probanden vergaben hierfür 9,0 von 10 Punkten. Die Liegefläche wurde auch am Rand als stabil und komfortabel wahrgenommen; zudem vermittelten Kopfteil, Unterbau und Liegefläche insgesamt einen sicheren Eindruck.

Beim Kriterium Material- und Verarbeitungsqualität wurden unter anderem die Ausführung von Nähten, Reissverschlüssen und sichtbaren Details, die Wertigkeit der eingesetzten Materialien, die Haptik der Oberflächen sowie der konstruktive Aufwand des Systems beurteilt. Aus allen einbezogenen Mess- und Bewertungswerten ergab sich ein Gesamtwert von 9,0 Punkten. Damit vermittelte das Bett insgesamt einen hochwertigen und fachgerecht verarbeiteten Eindruck.
Mit der Note 5,9 (sehr gut) stellte die Haltbarkeit die stärkste der beiden hoch gewichteten Leistungskategorien dar.
Handhabung

Ein Boxspringbett mit einem Gesamtgewicht von 90 kg stellt beim Transport und Aufbau andere Anforderungen als eine komprimiert gelieferte Matratze. Dennoch erwies sich das Entpacken und der Aufbau des Emma Original Boxspringbetts im Praxistest als problemlos – und wurde folgerichtig mit 9,5 von 10 Punkten bewertet. Auch die Positionierung und Ausrichtung im Raum bereitete keine Schwierigkeiten (9,5 Punkte).

Der Neugeruch war wahrnehmbar, wurde mit 7,5 Punkten jedoch nicht als stark störend eingestuft. Beim Hinlegen, Umdrehen oder Aufstehen traten nach Einschätzung der Testpersonen nur wenige unerwünschte Geräusche auf; dieser Aspekt erreichte 9,5 Punkte.
Beim Kriterium Reinigung und Pflege wurde unter anderem berücksichtigt, wie gut sich das Bett sauber halten lässt und wie der abnehmbare Bezug auf Feuchtigkeit und Wäsche reagiert. Nach einem Benetzungsversuch entstanden weder Flecken noch Randbildungen; beim Waschen blieb der Bezug massbeständig. Insgesamt resultierten daraus 9,8 Punkte für Reinigung und Pflege. Auch das Abnehmen, erneute Aufziehen und die alltägliche Handhabung des Bezuges überzeugten mit 8,5 Punkten.
In der Gesamtschau wurde die Kategorie Handhabung mit der Note 5,6 (sehr gut) bewertet.
Produktinformation
Geprüft wurden die verfügbaren allgemeinen Angaben, die Kontaktinformationen, die matratzenspezifischen Hinweise sowie die Deklaration und Werbeaussagen. In allen vier Punkten waren die Anforderungen vollständig erfüllt. Für die Produktinformation ergab sich damit die Maximalnote 6,0 (sehr gut).
Fazit
Das Emma Original Boxspringbett erzielte über alle 24 Prüfkriterien eine Zielerreichung von 95,0 % und erhielt die Gesamtnote 5,8 (sehr gut). Es verbindet ein von den Probanden sehr positiv bewertetes Liege- und Schlafgefühl mit überzeugender Stabilität und Haltbarkeit. Geringfügige Abstriche zeigten sich bei den ergonomischen Messungen: Das Bett stützt den Körper über eine etwas grössere Fläche ab, als es dem günstigsten Bereich entspricht. Zudem war die Unterstützung der Wirbelsäule in Seitenlage nach der Dauerbelastung bei bestimmten Körperproportionen nicht mehr ganz so günstig wie zu Beginn. Beide Befunde blieben jedoch im physiologisch akzeptablen Bereich.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der einzelnen Testkategorien sowie den Gesamtscore finden Sie hier.










